Norbert regt sich auf vom 15.5.2006 (!!!!)

 

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Es ging ja um nichts mehr

oder

Sommerfussball im Mai

Vorwort

Herzlich willkommen zum NRSA, der – passiert selten – am Mittelpunkt des Fanlebens an diesem Wochenende vorbei schreibt. Ich weiss nicht warum, aber irgendwie bekomme ich keinen Zugang zum Antiraturnier und habe es dementsprechend auch im dritten Jahr seit Bestehen konsequent geschwänzt. Fragt mich nicht warum, aber obwohl es sich um eine absolut lobenswerte und garantiert super organisierte Veranstaltung handelt, gibt es bei mir dort irgendwie einen Hemmschuh.

Hinzu kommt bei mir, dass Fussball der eigenen Mannschaften für mich immer noch Termine sind, die irgendwie anderen vereinsbezogenen Veranstaltungen voran gehen. Insofern war der Sonntag ohnehin ausgebucht, obwohl natürlich auch die Demo vollkommen wichtig gewesen wäre. Aber man kann nun mal nicht überall sein.

Es ging um nichts mehr - Teil 1

Freitagabend stand erstmal das Spiel gegen Köln II an. Normalerweise definitiv super langweilig, wie beinah jedes Spiel gegen 2. Mannschaften. Durch das Antiraturnier bekam das ganze dann jedoch schon eine interessante Note, da sich viele Teilnehmer bereits am Freitag angesagt hatten.

Nach kleinen Umwegen durch die Stadt kam ich also im Fanladen an, der schon durch ein Sprachengewirr gefüllt war. Dominierend eindeutig das englische, dazu ein paar Sprengsel Italienisch (diese Sprache klingt für mich immer wie eine Oper) und ich vermute mal Hebräisch, waren auch Ultras aus Tel Aviv anwesend.

Aus Faulheit sich für irgendetwas anderes zu entscheiden ging es auch heute in die Kleine Pause, wo wir die üblichen Speisen und Getränke zu uns nahmen. Danach ging es dann zum Stadion. Vor dem AFM-Container das übliche Gequatsche. Berichtenswert eigentlich nur, dass der Bus der Kölner um Meter die Kurve ins Klubheim nicht bekam.

Kurz Antje ihre Innenraumkarte wiedergegeben (und damit vom Job des offiziellen Fotografen befreit) und ab auf meinen Platz. Wobei nicht direkt, denn irgendwie kam ich am USP-Stand nicht vorbei, da es mir die neue USP-Jacke wirklich angetan hat. Durch kurze Mithilfe eines Verkäufers konnte die auch in der Grösse „für Dicke“ organisiert werden und so war ich kurze Zeit später Besitzer einer USP-Jacke. Und auch nach drei Tagen kann ich nur eine absolute Kaufempfehlung aussprechen: man bekommt eine äusserst schicke Jacke, die durch zwei Reisverschlüsse an den Taschen auch super praktisch ist. Und falls man nun absolut nix mit USP zu tun haben will (jedoch, warum sollte man sich dann die Jacke kaufen?) liesse sich selbst das Logo abtrennen. Aber wer macht denn bitte so etwas? Ich garantiert nicht.

Stimmung? Spiel? Alles mässiger Durchschnitt. Adrion hat den Elfer garantiert absichtlich verschossen, weil der unberechtigt war (wie viele haben wir diese Saison eigentlich schon versemmelt?) und Shubi spielte für einen neuen Vertrag vor (um dann zwei Tage später zu beweisen, warum er diesen nicht erhalten sollte). Erwähnenswert ist eigentlich nur eine nette „10 Jahre Skinheads“-Choreo, wobei an dieser Stelle den Jungs (und Mädels?) alles gute für die nächsten 10 Jahre gewünscht sei. Bleibt uns erhalten.

Erwähnenswert vielleicht noch, dass in der 1. Halbzeit braun gegen schwarz spielte. Eine etwas eigenartige Farbgebung. Komisch, dass niemand vor dem Spiel drauf gekommen ist, dass das so nicht glücklich ist.

Sehr lustig nur meine und Phils Begeisterung für Luz. Bei der ersten vergebenen Chance haben wir ihn noch angepöbelt, dass nun unsere 500.000 Euro von Köln flöten gehen und wir ihn noch länger ertragen müssen (warum kann er jetzt wieder kämpfen?), nach dem 1-0 schwärmten wir, was wir alles mit dem Geld machen können. Ja, wir sind gemein.

Nach dem Spiel gingen wir mal wieder andere Wege, kamen über einen kurzen Abstecher vor dem Lehmitz im London Pub an, aber nicht ohne vorher unserem verletzten Popstar ein paar gute Wünsche auf dem Weg in die Nacht zu geben. Im London Pub wurde die Musikbox (immer noch die beste auf dem ganzen Kiez) gefüllt, ordentlich gebechert und irgendwann fiel ich dann per Bahn mit kurzer Taxieinlage ins Bett.

Es ging um nix mehr Teil 2

Sonntag morgen stand mal wieder eine dieser Touren an, für die man uns komplett für verrückt erklären musste. Machten wir uns doch auf den Weg nach Hannover, wo unsere 2. Mannschaft gegen den Nachwuchs der Roten spielen sollte. Insgesamt eine Autobesatzung voll nutze die Vorverlegung auf 13:30 um nach Hannover zu fahren. (Floskelmodusan) Die Hinfahrt verlief ereignislos (Floskelmodusaus). In Hannover verfuhren wir uns einmal ganz ordentlich, da half auch modernste Technik (Routenplaner auf dem Handy) nix. Aber schnell hatten wir die Fahrt der Tugend wiedergefunden und fanden das Stadion von BV Werder Hannover. In irgendeinem malerischen Vorort liegt dieser klassische Dorfplatz, der heute das Spiel beherbergen sollte.

In der Kneipe konnten dann die ersten Hannoveraner Unterstützer eingesammelt werden und insgesamt fanden sich ca. 15 St. Paulianer zum Support der 2. Mannschaft ein. Wobei sich ein Support heute nicht wirklich entwickeln wollte, es fehlte irgendwie der treibende Funke.

Vor dem Spiel konnte noch dem Stadionsprecher aus der Patsche geholfen werden, hatte dieser doch Probleme mit den Namen und suchte nun Leute, die diese aussprechen konnten. Katja war so nett und übernahm die Mannschaftsaufstellung, nachdem er die Vorführung von Triple Os Namen dreimal gehört hatte und sie nur mit „das kann ich mir doch nie merken“ kommentierte. Der Stadionsprecher meinte es ja gut, als er die beiden Mannschaften vorstellte und dann meinte, es ginge für beide um nichts mehr, aber leider ist dies nicht ganz richtig (wenn alles schlecht läuft, kann unsere 2. immer noch ins Gras beissen) und leider nahm es sich unsere Mannschaft zu Herzen. In der 1. Minute wurde noch eine gute Chance verballert, danach kam Hannover immer besser ins Spiel und nach 17 Minuten bekamen die einen Eckball. Das machten unsere Jungs nach dem guten bewährten Prinzip „Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“ und schon stand es 1-0. Danach lief gar nix mehr und drei Abwehrfehler später hatten wir 4-0 verloren und konnten uns auf den Weg ins Mariental machen.

Der Schlagerexpress rollte ungebremst, so dass wir bereits kurz vor fünf in Hamburg angekommen waren. Leider verfuhren wir uns etwas, so dass wir erst kurz nach fünf unser Auto in der Nähe des Stadions abstellten.

Es geht doch noch um was

Dank bester Verbindungen zu Eva Kalla (Mutter unseres Jan Philips und Mädchen für alles bei Cordi) kam ich in den Besitz einer Fotokarte, so dass ich im Innenraum hin und her wandelte. Insgesamt 2800 Zuschauer (und damit deutlich weniger als bei Altona und garantiert auch weniger, als sich Cordi erhofft hatte) fanden sich auf einem der schönsten Plätze Hamburgs ein. Ich war das schon ungefähr 1.000 mal, um so erstaunlicher fand ich es, dass ich mehrere Gespräche mitbekam, wo es darum ging, dass die Leute noch nie bei Cordi waren. Schade eigentlich, dass dieser Verein irgendwo im Niemandsland zwischen Verbandsliga und Oberliga pendelt, wobei vom Stadion her (mit einigen Verschönerungen) garantiert Regionalliga möglich wäre.

Durch die Demo fehlten doch viele prominente Köpfe und so entwickelte sich nicht wirklich ein Support. Und das obwohl Cordi ja einen eigenen Fanclub hat, der auch für ein bisschen Stimmung sorgte. Das Spiel war aber auch nicht wirklich zum Stimmung machen. St. Pauli wollte das mit halber Kraft runter spielen und Cordi hatte im ganzen Spiel eine wirkliche Chance (die Bene grossartig herausgefischt hat). So dauerte es bis zur 78. Minute, bis Scharping uns die Verlängerung ersparte. Wie sagte ich nach Abpfiff so schön zu unserem Pressesprecher? „Nach dem „wie“ fragt nachher keiner mehr.“ Absolut negativ fiel nebenbei Shubi auf, der diesmal der schwächste Mann auf dem Platz war.

Mehr gibt es auch nicht zu berichten.

und dann war da noch…

… unsere Neuverpflichtungen, die bisher aus zwei Baden-Württembergern (ob auch gebürtig, weiss ich nicht, aber die abgebenden Vereine sind da) und einem Franzosen bestehen. Über die Qualitäten kann ich überhaupt nix sagen, da muss man sich auf die sportlich Verantwortlichen verlassen, was aber auffällt ist, dass wir gerne Spieler von Vereinen aus der Regionalliga Süd holen. Und sollten die beiden auch in Baden-Württemberg geboren sein, haben wir von dieser Spezi ca. 10 in der Mannschaft und dies obwohl wir mit Hollerieth und wahrscheinlich Luz ja zwei davon abgeben.

… Cottbus, die nun in die 1. Liga aufgestiegen sind und mal wieder bewiesen haben, dass die Antirassismusregeln nur auf dem Papier stehen. Denn weder das „Juden“-Plakat in Dresden, noch die „Wir sind weiss“-Tapete in Leipzig haben zu irgendwelchen Strafen geführt. Und natürlich begrüsst die Presse jetzt wieder den super Ostklub.

und wir begrüssen wahrscheinlich wieder Dresden am Millerntor, denn warum wette ich ungefähr alles, dass Siegen in die Süd geht, wir aber als Norden D