Norbert regt sich auf vom 9.11.2006 (!!!!)

 

über

Mädchenfussball

oder

Der Versuch, dieses Spiel zu erklären

Vorwort

Vorworte sind eigentlich unbedeutend und doch das spannendste an jeder Zeitung. Finde ich zumindest. Und so sind auch in den regelmässig von mir gelesenen Stern und Spiegel immer die Vorworte (die dort nicht so heissen) das erste, was ich lese. Vorworte können einen aber auch zum verstärkten Kopfschütteln anregen. Ein Beispiel? Na dann lest euch mal das Vorwort zur gestrigen Gazetta durch. Wie man sich so selbst ins Abseits stellen kann, ist mir unverständlich. Was erneut dieses vollkommen pauschale, schwarz-weiss denkende, intolerante und traurige Gehetze gegen Internetforen und ihre Nutzer sowie alle Leute, die halt auch einen normalen Job bzw. normale Hobbys nebenbei haben, ist mir komplett unverständlich. Und das Ganze auch noch nicht als persönliche Meinung gekennzeichnet, sondern aufgrund des Kollektivstils der Gazetta (d.h. keine Namen unter den Artikeln) als Meinung der gesamten Gruppe USP (miss-)zu verstehen. Ich hoffe mal, dass man irgendwann mal drüber nachdenkt, was man da eigentlich bewirkt. Zumindest ich fühle mich mal wieder extrem angepisst und bin dementsprechend auch sauer. Und dann muss man sich schon fragen, ob man es gut heissen kann, dass eine solche Gruppe die Macht über eine Kurve erhält. Ausdrücklich noch mal: Mir ist auch klar, dass das bei weitem nicht die herrschende Meinung in der Gruppe ist und ich sehe das Projekt der Kurve (zu dem ich später noch komme) positiv, aber solche Ausfälle lassen bei mir immer wieder die Galle hochkommen.

Das war also das Vorwort (oder auch nicht). Jetzt kommt ein Tagesbericht, dann mal wieder eine kleine Presseschau, ein Kommentar zum neuen Sicherheitsbeauftragten und vielleicht einige Döntjes, wenn sie mir denn über den Weg laufen.

Dreckig spielen

Wochenspieltage haben immer was gehetztes. Man muss vorher arbeiten, man eilt zum Stadion, man sieht das Spiel und dann eilt man auch schon wieder nach Hause, weil man ja am nächsten Tag früh aufstehen muss. Spass bringt das alles nicht. So spulte ich routiniert das Vorspielprogramm ab, besorgte die Karten für Düsseldorf, futterte meinen Hahn und machte mich auf zum Stadion. Hier blieben mal wieder ordentlich Karten in der AFM-Tauschbörse und dann ging es auch schon ins Stadion.

Zwar hat meine gesamte Familie das Hamburger Wetter verlassen und sich lieber in die Wärme zum Urlauben begeben und meine Herzallerliebste hatte es nicht wirklich hinbekommen, alle Termine richtig zu legen, aber durch die frühe Anwesenheit aller anderen FC 42er konnten wir doch in trauter Runde stehen. Leider ohne den schönsten Mann der Welt, der auch dienstlich verhindert war und denn nicht mehr erschien (trotz „Platz freihalten“-SMS).

Bier gab es auch noch reichlich, so dass einem schönen Spiel eigentlich nix mehr im Wege stand. Und das Lied „Wir sind alle ein Stück VfL Osnabrück“ ist ja wohl auch der Hammer. Dazu nebenbei eine ganz nette Anekdote. Bei solchen Spielen fragt der SvB-Fussballgott schon seit Jahren, ob das eigentlich von Hans Harz gesungen wird. Wahrscheinlich nicht, aber es zeigt, dass viele Stadionlieder einfach den gleichen Gesangsstil und Musikstil haben. Schade, dass das Lied schnell abgebrochen wurde, das finde ich irgendwie unhöflich.

Anderseits hatten es die Osnabrücker Rübennasen auch mal wieder nicht anders verdient, denn mit einer komplett überzogenen Bengalo- und Pyro-Nummer werden sie für weitere Restriktionen sorgen. Dass die Gruppen ihre Leute immer noch nicht genug im Griff haben, dass so etwas nicht passiert kann einfach nur Kopfschütteln auslösen. Und es geht hier nicht um Optik oder so, sondern einfach darum, dass das Zeug brandgefährlich (sic!) und verboten ist.

Auf St. Pauli-Seite gab es dafür ein hübsches Ballonintro mit Fahnenunterstützung. Das war doch nett anzusehen, auch wenn es auf dem Rückweg aus der Meckerecke zu einigen lauten Knallen an meinem Ohr führte (Meckerpott, gez. die Lektorin).

Kommen wir nun zum Spiel. Die Leistung unserer Mannschaft würde man in der Fussballersprache vor der jetzt endlich beginnenden Aufklärung über rassistische, homophobe und sexistische Sprüche wahrscheinlich als „schwul“ oder als „Mädchenfussball“ bezeichnen. Aber a. sind solche Sprüche einfach komplett daneben und b. eine Beleidigung für jedes Mädchen, denn die spielen körperlicher. Und da ihr wisst, dass sich diese Kolumne um eine klare, aber diskriminierungsfreie Sprache kümmert, sag ich euch jetzt anders wie die Leistung unserer Mannschaft war. Und ich brauch da nur ein Wort für: „Scheisse“

Die Hamburger Zeitungen sehen das anders, aber ich will euch sagen, was mich zu meiner Auffassung bringt. Abgesehen von Takyi haben wir nicht einen Spieler, der technisch irgendetwas bewegen kann oder einfach nur mal einen Ball im Mittelfeld gegen einen Gegenspieler, der ihn bedrängt, führen kann. Unsere Abwehr spielt komplett körperlos. Fouls, Grätschen, hartes Einsteigen? Fehlanzeige. Bekommen wir von Osnabrück vorgeführt, wie das geht. Unsere geringe Anzahl an gelben Karten (ich kann mich gestern an eine einzige erinnern, vielleicht waren es auch zwei) mag ja sehr fair sein, sie spricht aber auch Bände über fehlenden Einsatz. In einem solchen Spiel muss sich der erste Osnabrücker Stürmer nach drei Minuten am Boden krümmen. Wenn man sieht, wie Takyi von den gegnerischen Mannschaften einen vor die Socken bekommt, dann müssen wir das auch bei den gegnerischen Technikern lernen. Sorry, aber ich gewinne lieber brutal, statt als fairste Mannschaft irgendwo im Mittelfeld rumzukrebsen.

Hinzu kommt, dass unsere Mannschaft nach spätestens 75 Minuten vollkommen mit der Kraft am Ende ist. Hier muss dringend was an der Kondition gemacht werden. Denn solchen Standfussball wie nach dem 2-2 kann ich mir nicht ansehen. Insbesondere die Stürmer müssten doppelt so viele Wege gehen. Zu diesem offensichtlichen Trainingsdefizit kommt aber auch, dass unsere Spieler nicht bereit sind mal zu laufen, wenn es weh tut. So wirkliche Sprints, wo man sagt „jetzt hängt er sich richtig rein und tut sich weh“ hat man von Meggle 10 Minuten lang gesehen und von Braun. Aber sonst? Selbst solche ehemaligen Kampfschweine wie Lechner ruhen sich viel zu doll aus.

Und als ob dies nicht genug wäre, kommen noch blindeste Abwehrfehler hinzu. Beim 0-1 präsentiert Lechner die Vorlage des Jahres und beim 2-2 kommt ein St. Paulianer an den Ball und vorher haben wir Überzahl in Ballnähe und trotzdem kommt der Ball zum freistehenden Reichenberger. Wie kann das sein? Und warum wehrt der Abwehrspieler direkt zu Reichenberger ab, obwohl der Ball nicht so brutal geschossen war, dass man ihn nicht etwas hätte kontrollieren können?

Die Krönung des ganzen ist dann, dass wir einfach Spieler wie Dinzey haben die an einem solchen Spiel einfach nicht teil nehmen. Zum einen weil er von der Mannschaft komplett geschnitten wird (was dazu führt, dass wir nahezu nur über rechts gespielt haben), zum anderen weil er aber auch keinen Schritt zu viel macht. Das ist Arbeitsverweigerung. Und anstatt dieses abgezockten Altprofis hätte ich dort gerne mal einen jungen, der brennt und der frisch ist. Ich will jetzt nicht die Namen Hinzmann, Albrecht oder Prediger in die Diskussion werfen und alle drei haben noch deutliche Schwächen, aber die würden in einem solchen Spiel links aussen brennen und richtig Dampf machen. Da kann man aber Gift drauf nehmen.

Eigentlich haben mich alle Spieler ausser Boll (der kämpft wenigstens wie Sau und weiss, was eine Grätsche ist), der Marvin (zwei super schöne Tore), Takyi (was hat so ein Techniker bloss in einer solchen Rumpelmannschaft zu suchen?) und Borger (da beschäftigungslos) komplett enttäuscht. Vielleicht würde ich mich bei Meggle noch zu einer 5- durchringen, weil er wenigstens 45 Minuten versucht hat zu kämpfen (inklusive einer 10m eingesprungenen Grätsche).

Oder anders gesagt: Die Mannschaften, die oben stehen, sind nicht besser, sie haben aber (wie Thomas Doll das immer ausdrückt) den absoluten Willen zu siegen. Das geht uns komplett ab. Unsere Spieler sind nach einem 2-1 vollkommen mit der Welt zufrieden und hauen nicht weiter dazwischen. Und nun? Trainer entlassen? Nein, die Saison ist gegessen, da ändert auch ein neuer Trainer nix (sieht man ja in Kiel, was das bringt). Das war die 100 Millionste Chance, an einem Spieltag mal wirklich was gut zu machen und sie ist mal wieder nicht genutzt worden. Dialoge wie „Die spielen ja alle für uns, nur wir schaffen es nicht dies zu nutzen“ sind bei St. Pauli in den letzten zwei Jahren Standard eines jeden Wochenendes geworden. Ich denke es hilft nur eines: Saison vernünftig zu Ende spielen und dann den grossen Schnitt (mit einem neuen Trainer) machen. Meggle, Scharping, Reus, Morena, Dinzey, Luz etc etc abgeben und neue hungrige, junge, siegesgeile Spieler holen.

Die Stimmung war in der 1. Halbzeit okay, in der zweiten Halbzeit auch auf dem absteigenden Ast. Was die Jungs hinter uns gegen den Surmann von Osnabrück hatten, ist unklar geblieben. Der wurde schon beim Warmmachen mit „Surmann-Raus“ Rufen begrüsst. Kommen die aus dem Osnabrücker Land und der hat denen mal ein defektes Moped verkauft?

Nach dem Spiel leichte Pfiffe, die ich hier schon besser verstehen kann als letzte Woche. Aber auch Applaus. Und dann ging es nach Hause. Und am Wochenende geht es nach Düsseldorf, was eine Abenteuertour werden kann, da a. Karneval und b. die Pressekarten schon immer abenteuerlich in Düsseldorf waren. Ich berichte dann nächste Woche aus dem Parkhaus.

Ich bin zu alt für den Scheiss / Ultra Kurve Süd

Gestern nun machte USP mit einem Flugblatt und vielen Aufklebern auf das Projekt einer selbstverwalteten Südkurve aufmerksam. Wer erstmal die Hintergründe detailliert nachlesen möchte, dem sei www.ab-in-den-sueden.org empfohlen (wobei ich wie immer zu faul bin da nun eine Verlinkung draus zu machen). Da findet ihr den kompletten vollen Text und solltet ihr den im Stadion nicht gelesen haben, dann wäre es sinnvoll den zuerst zu lesen, bevor ihr hier weiter lest. Denn ich wiederhole das jetzt nicht alles.

Prinzipiell finde ich das Projekt sehr gut, da es den „Konflikt“ Block 1 / USP auflöst und ein potentielles Stimmungszentrum unter ein Dach verfrachtet, aber es bleiben auch Fragen und kritische Punkte, die ich bisher nicht klären konnte und die ich kurz anmerken möchte.

Was aber noch vorweg absolut positiv zu bewerten ist, ist dass der Text des Flugblattes schon einem kleinen Teil von Aussenstehenden vorab bekannt gemacht wurde, so dass man seinen Senf dazu geben konnte. Das finde ich bei einem solchen Projekt sehr gut und hat auch (wenn ich mal Ursprungstext mit Flyer vergleiche) zu einer Verbesserung der Darstellung geführt.

Trotzdem bleiben einige Punkte, die ich kritisch sehe, bzw. die für mich noch offen sind. Ich versuch das jetzt mal mit rhetorischen Fragen als Überschrift und einigen erläuternden Texten.

1. Warum?

Warum gibt man einer Gruppe von – freundlich geschätzt – 400 Leuten die Macht über eine Kurve von 3000 Plätzen? Gute Frage, aber man kann auch im Gegenzug fragen: Warum nicht? Wir bekommen diesen Platz, der bisher nicht wirklich genutzt wird (sorry ihr lieben 200 Hardcore-Südsteher, aber ihr seht ein, dass ihr für mich eher eine Minderheit seid) und da kann man auch mal neue Konzepte ausprobieren. Und warum nicht eine Idee einer selbstverwaltenden Kurve? Und ich denke dass niemand ein Problem hat, dass nun gerade USP diese Verwaltung übernimmt. Zum einen ist das deren Steckenpferd, zum anderen gibt es – glaube ich – keine Gruppe, die das unbedingt machen wollte. Und die Idee, ein Tor für junge Leute zu finden, ist ja komplett richtig. Off Topic: Ob man dann in ein solches Triumphgeheul wie im Gazetta-Vorwort ausbrechen muss sei mal dahin gestellt.

Wer verhindert Missbrauch?

USP bekommt damit natürlich auch eine unglaubliche Macht. Denn ein „zurück“ ist ja nicht geregelt (und wahrscheinlich auch nicht regelbar), denn wenn ich in der Süd bin, habe ich keine Dauerkarte, welche sich irgendwie immer erneuert und mir den Platz sichert. Wer verhindert nun, dass ich nicht plötzlich ganz raus bin? Z.B. weil ich im Internet freche Artikel schreibe, die USP nicht in den Kram passen? Kann dann USP sagen „Ja, du hast nun fünf Jahre hier gestanden, aber nun passt du nicht mehr ins Konzept und daher bekommst du keine Karte mehr?“ Oder ist so etwas ausgeschlossen? Natürlich gibt es das Korrektiv „Fanladen“, aber ob das reicht? Insbesondere wenn es nach einigen Jahren eventuell nicht läuft, stellt sich diese Frage umso verstärkter.

Denn dann müsste nach dem Konzept eigentlich ein Ausleseprozess beginnen. Denn auch Block 1 hatte mal so eine Liste etc. aber da haben sich halt alle immer wieder eingetragen. Was passiert, wenn so etwas auch dort passiert? Wer beschliesst dann, dass Leute zu gehen haben (und damit eventuell direkt vor der Tür landen, weil sie in anderen Bereichen keinen Platz mehr haben)?

Oder auch mal anders gefragt: Wären unsere Nordkurvenultras und damit auch Ultra 1910 willkommen?

Diese Fragen sind für mich bisher komplett offen.

Wohin mit der Nord?

Die Nord wird versitzplatzt bzw. erhält in der Rückrunde schon den Gästeblock. Das heisst, dass viele Leute aus der Nord abwandern müssen und ihre alten Plätze aufgeben müssen. Viele davon traditionelle Kurvensteher werden dadurch heimatlos. Und mit diesen Plänen ist ihnen auch der Umzug in die Süd abgeschnitten. Eine Fakt, den es zu bedenken gibt. Insbesondere da es echt Leute gibt, die mit einem Platz in der Gegengrade nix anfangen können.

Warum nicht gleiches Recht für alle?

Laut Flugblatt will der Verein in der Süd dann auch auf die Kontingentierung der ermässigten Karten verzichten und diese unbegrenzt raushauen. Das finde ich bedenklich. Warum wird hier eine Kurve bevorzugt? Weil sie besser ist? Das finde ich absolut bedenklich. Ein Verzicht im ganzen Stadion oder endlich mal eine vernünftige Ermässigungsregelung, die sowohl Einnahmeausfälle begrenzt als auch allen bedürftigen ermässigte Karten gibt, wäre hier der bessere Weg. Insbesondere werden ja so Jugendliche aufgrund des Geldes in diese Kurve getrieben. Das ist aus meiner Sicht auch kein gerechter Wettstreit zwischen mehreren Supportstilen und Kurvenstilen.

Warum Fankurve?

Der Satz „Es wird etwas besonderes sein, in der Fankurve des magischen FCs…“ stösst mir immer noch sauer auf. Auch in der Gegengrade und Nord stehen Fans, wie sie auf der Haupttribüne und bald auch auf der Süd sitzen. Es gab beim FC nie die eine Fankurve (wie z.B. beim Lokalrivalen Block E früher) und es wäre schade, wenn man dies nun einfach so durch die Wortwahl und durch das Selbstverständnis von oben draufstülpt. Auch die GG ist für mich eine Fankurve und wird es auch bleiben.

Lebenslang?

Was ist eigentlich mit jemandem, der eine lebenslange hat und in die neue Kurve wechseln will? Ich weiss, kleine Gruppe, aber ich muss mich ja immer wieder mal zum Fürsprecher dieser Gruppe (die nebenbei wirklich mal eine eigene Interessenvertretung gegenüber dem Verein gründen sollte) machen.

Klappt das?

Es bleibt zu hoffen, aber für mich gibt es zwei Szenarien (die aber nun beide ein gleich bleibend hohes Interesse der Zuschauer an Spielen des FC St. Pauli voraussetzen, wenn wir weniger Zuschauer bekommen, dann ist das sowieso kein Thema). 1. Szenario: Wir bauen nur die Süd. Dann haben wir immer noch nur 22.000 Plätze, d.h. ein Abrücken von Älteren Leuten aus der Süd in andere Bereiche ist einfach nicht möglich, da dort kein Platz ist. Sprich: Alles zementiert sich so, wie es ist. Ein Zustand, den wir jetzt auch haben. 2. Szenario: Wir bauen alles. Dann gibt es das Problem nur, wenn wir wirklich sportlich fett erfolgreich sind und 1. Liga spielen. In der 2. Liga (und ihren perversen Anstosszeiten), wäre allemal genug Platz da.

Und was ist eigentlich wenn die GG gebaut wird?

Ein immer noch erhebliches Problem seh ich in dem Jahr, in dem die GG gebaut wird. Wir haben dann ca. 5000 Plätze Süd, 3000 Plätze Nord und 3000 Plätze Haupttribüne. Davon die absolute Mehrzahl Sitzplätze. Wo sollen in dem Jahr die zur Zeit ca. 6000 GG Dauerkarten hin? Eine für mich bisher ungelöste Frage.

Und ich persönlich?

Siehe Überschrift. Ich bin zu alt um Ultra zu sein. Ich hoffe das Ganze wird ein voller Erfolg und seid mal unbesorgt, die alten Recken auf der Gegengrade können noch ziemlich fett supporten. Das wird die neue Süd dann auch zu hören bekommen. Und nebenbei bin ich knochenkonservativ. Ich steh seit 20 Jahrendort, wo ich stehe, und ich steh auch noch die nächsten 20 Jahre dort, auch im neuen Stadion. Immer wohl gesagt meine kaputten Knochen wollen nicht doch irgendwann einen Sitzplatz. Ich hatte jetzt auch noch mehr Fragen, aber irgendwie sind die mir dann doch abhanden gekommen.

Und dann war da noch…

… die Sportbild, die über einen Besuch im Fanblock von Dynamo Dresden berichtet. Nun ist das Fazit („Das soll normal sein?“) ja noch ganz interessant und vielleicht auch noch richtig, aber es ist einfach durch Übertreibungen und reisserischen Journalismus nicht geeignet irgendetwas zu verändern. So ist das einfach nur eine Lachnummer. Da wird sich selbst über den guten alten und einfach nur harmlosen Spruch „Ihr seid XYZ, ihr schlaft unter Brücken oder in der Bahnhofsmission“ hergezogen, als ob das der Weltuntergang ist. Hallo Hallo Hallo, das ist immer noch Fussball und kein Hallenhalma. Und Beleidigungen des Gegners gehören definitiv dazu, wenn sie zwei Grenzen nicht überschreiten: Die zur Gewaltandrohung und die zum Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und zur Homophobie.

… das Arena Fernsehen, welches nicht nur dazu führt, dass die 2. Liga nun Wochenspieltage schon um 17:30 spielen muss (eine Frechheit), sondern die auch in Karlsruhe eine Nebelbombe für die Ursache der deutlich eingetrübten Sicht hielt und über die „Blödmänner“ herzog nur um dann kleinlaut festzustellen, dass der Blödmann leider „Wetter“ hiess.

… eine Studie, die zeigt, dass ca. 40 % aller Deutschen denken, dass Ausländer nur wegen des Sozialsystems hierher kommen oder jeder 5. Deutsche eine Einheitspartei wünscht, die den Volkskörper repräsentiert. Oder dass ca. 8 % aller Deutschen (quer durch alle Schichten) ein geschlossen rechtsradikales Weltbild haben. A. Hat jemand Vorschläge wohin ich auswandern kann? B. Wenn diese 8 % mal wirklich NPD wählen, dann gute Nacht. Kurz: Diese Studie ist mehr als erschreckend.

… der DFB, der einen neuen Sicherheitsbeauftragten hat. Das ist erstmal gar nicht mal negativ, denn so jemand wird dann ja auch dazu da sein, die bestehenden Konzepte (Stadionverbot für jeden Scheiss) zu überprüfen. Und man hat endlich mal einen konkreten Ansprechpartner in solchen Fragen, aber da es sich um einen ehemaligen Sondereinsatzkommando Leiter handelt, kann man sich schon ungefähr vorstellen, wie der denkt. Da lässt auch die Einstellung eines Integrationsbeauftragten nicht ho