Norbert regt sich auf vom 5.4.2007

 

über

Magisches St. Pauli siege heute hier für uns, hey

oder

Uns Corny lügt!

Vorwort

Ehrlicher Finder gesucht: In unserem Umfeld ist eine Dauerkarte abhanden gekommen. Und zwar eine GG-Vollzahler-Karte, und die Person darauf heisst mit Vornamen „Heike“. Ehrliche Finder können sich gerne bei netzmeister@fc42.de melden.

Daher fällt es mir auch ein bisschen schwer, heute einen Bericht zu schreiben, da solche Nachrichten doch etwas die Stimmung trüben, die nach einem sechs Punkte Wochenende doch eigentlich gut sein sollte. Daher erhaltet ihr heute nur einen relativ kurzen Bericht über das Spiel, die These, dass wir mit diesem Präsidenten kein Stadion mehr bauen (vielleicht doch, aber es ist immer mehr ersichtlich, wie bitter er uns auf der MV belogen hat) und vielleicht auch mal wieder ein paar Döntjes.

Einseitiger Sonnenbrand

Die üblichen Rituale eines Heimspieles muss ich nicht weiter schildern. Sie sind nicht neu, sie sind schon 1.000 Mal geschildert und der Hahn bei der Kleinen Pause schmeckt immer noch gut. Sollte es aber in nächster Zeit mal zu einer Heimniederlage kommen wird das Ritual endlich geändert. Und zwar in Salat und Wasser statt Hahn, Pommes und Bier. Das bin ich meiner Wampe schuldig.

Vor dem AFM-Container war schon grosser Auflauf, was insofern schön zu sehen ist, da sich kurz nach der Umsetzung doch sehr wenig Leute dort einfanden. So war das übliche Schnacken angesagt und das sehr ausgiebig, was alleine schon dazu führte dass ich ungefähr 100 Mal den Satz „ich muss jetzt rein“ auf den Lippen hatte.

Der FC 42 war auch wieder in beinah voller Stärke versammelt und ich habe mal – ausnahmsweise – Thomas Bier mitgebracht, so dass einem gelungenem Spiel eigentlich nix mehr im Wege stand.

Etwas nervig war der erst vorhandene Piepton und dann die teilweise komplett ungeregelte Lautstärke der Anlage. Dies lag aber wohl an einem (hoffentlich schon wieder beendeten) Krankenhausaufenthalt des Tontechnikers. Lässt sich nicht ändern, kann man nur hoffen, dass der Mann sich wieder bester Gesundheit erfreut.

Was war sonst noch zu berichten? Es gibt seit neustem einen „Sponsor of the day“, dies war diesmal Eastpack und eigentlich wollten die so Untote rumschicken. Aber davon hab ich nix gesehen. War vielleicht auch gut so.

Kieler hatten sich ordentlich welche aufgemacht, was ja auch klar ist, die hatten ja in letzter Zeit hier nur positive Erlebnisse (wer den letzten Heimsieg gegen Kiel gesehen hat und sich dran erinnern kann, ist definitiv jenseits der 25 Jahre-Grenze). Dies sollte sich für einige Dorfdeppen schnell ändern, denn nachdem diese bereits in der 1 Minute angefangen haben rumzurocken ging der Ordnungsdienst ziemlich unsanft dazwischen, und nachdem man gut zwei Minuten aufeinander eingehauen hatte wurden einige Kieler abgeführt. Nun ist aus meiner Position nicht wirklich zu erkennen, was da abging und ob der Ordnereinsatz gerechtfertigt war, aber wenn man bereits bei der ersten Ecke für die Heimmannschaft von seinen Sitzen aufspringt und einen auf Aggro macht, dann muss man sich nicht wundern, wenn so etwas zurückkommt. Auch in der zweiten Halbzeit konnten einige Kieler früher (ich wollte jetzt beinah „duschen gehen“ schreiben, was nur zeigt, wie heiss es war) gehen.

Heiss ist ein gutes Stichwort, denn dies war es wirklich. Es ist dabei immer wieder vollkommen unverständlich, warum bei solchen Temperaturen das Mineralwasser an den Getränkeständen schon kurz nach der Halbzeit ausverkauft ist. Und diesen ganzen Klebkram oder Bier kann man nun wirklich nicht gegen Durst trinken. So wurde auch mein Standardspruch „Thomas, hol mal Bier“ bereits nach fünf Minuten in „Thomas, hol mal Wasser“ abgewandelt. Da zeigt sich natürlich auch der Nachteil eines nicht überdachten Stadions. Wettereinflüsse bekommt man immer nur von einer Seite, so dass wahrscheinlich nun 80 % aller Gegengeradenbesucher auf der linken Seite einen fetten Sonnenbrand haben (okay, Rätsel: Woran erkennt man zur Zeit Ultra Vorsänger? ;-)).

Die anderen 20 % hatten Sonnencreme dabei. Bei uns im Bereich gab es auch welche, aber mit Lichtschutzfaktor 10. Na super, dann kann man auch gleich gar keine benutzen. Und so blieb es bei mir bei einem leichten Sonnenbrand.

(Rätsellösung: Sonnenbrand auf der rechten Seite :D)

Choreotechnisch ging es gut mit braun-weissen Tapetenbahnen, Wappen und Schriftzug ab, die nebenbei auch von unserem Ersatztorhüter mitgestaltet wurden, der wirklich Donnerstagsabends nix besseres zu tun hat, als Choreos zu malen. Respekt dafür.

Stimmungstechnisch brannte heute ziemlich der Baum, was wohl an gutem Wetter, Bier und früher Führung lag. Auf unserer Höhe war eigentlich immer was los, auch wenn teilweise etwas unkoordiniert. Und auf Ultrahöhe wurde die Überschrift so lange wiederholt, dass ich die noch den ganzen Abend allen Leuten vorgesungen habe.

Nebenbei: Das Ding ist ziemlich lässig und sollte sich dringend durchsetzen. Vieles andere ist mir persönlich ja zu getragen, aber das finde ich absolut gut.

Zum Spiel. Doll war es nicht. Insbesondere die 2. Halbzeit war ein ziemliches Fehlpassfestival. Aber Kuru hat seine erste Bude gemacht und findet nun hoffentlich sein Selbstvertrauen wieder. Vorher zeigte er, dass es genau hier hapert und er eben immer noch einen Schlenker zu viel macht, weil er es halt perfekt machen will. Und das klappt bei Stürmern nicht.

Ansonsten war das halt ein Arbeitssieg mit einer Arbeitsleistung. Danach ging es zum Fanladen, wo erstmal Wasser aufgetankt wurde und die mediale Nachbetrachtung begann. Im Stadion hat nebenbei beinah jeder gesagt, dass der Kieler Lattenkracher hinter der Linie war. Nach den Fernsehaufnahmen sah das nicht mehr so aus. Wenn der nebenbei drin gewesen wäre bzw. als drin gewesen anerkannt worden wäre, dann hätten wir heute keine drei Punkte geholt.

Und nun? Eigentlich beginnt nun die Feierzeit, aber dafür war es definitiv zu warm. Also gab es anstatt Bier erstmal Eis und anstatt Jollytresen erstmal Paulinenplatz-Bank. War sowieso schön zu sehen, dass man überall durchs Viertel laufen konnte und auf jedem freien Fleck sassen irgendwelche St. Paulianer, schwenkten Fahnen und sangen vor sich hin (meistens das oben erwähnte Lied). Lustig auch, dass natürlich unsere Ultrafraktion direkt vor dem Spielplatz sass, was zu „Oh Gott, jetzt dürfen die Kinder nicht mehr auf den Spielplatz“ Kommentaren führte und lautem Lachen. Klischees muss man ja auch hochhalten.

Danach wurde getanzt, es gibt glücklicherweise keine Bilder mehr, da mein Blitz alle war und über viele Geschichten, wie z.B. Junggesellenabschied, welche Ehre es bedeutet in ein gerade vollgekotztes Klo zu pinkeln oder Rippcord und Sonnenbrille – über all dies muss leider aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes der Mantel des Schweigens gelegt werden. Aber allein die übliche Ü 30-Fete war wieder sehr schön. Ich zumindest habe das Tanzbein geschwungen. Irgendwann war dann Heimweg angesagt, wobei sich für die Laufstrecke noch Unterhaltung fand. Ebenso unter Persönlichkeitsschutz fällt es, welcher Offizieller unseres Vereines gerade aus dem St. Paulieck torkelte (in Begleitung von mindestens fünf jungen Frauen). Daher auch dazu keine Details. In der Bahn dann noch einen St. Paulianer getroffen und ab nach Hause.

Die erste rote Karte der Familie

Ich mag es ja, dass ich in einer Wohnanlage wohne, in der beinah nur Familien mit Kindern wohnen. Ich mag diesen Fakt aber dann nicht, wenn man um drei nach Hause gekommen ist und die um neun Uhr morgens sich mit all den kleinen Rackern zur Fahrradtour treffen. Ich wäre beinah zum Mörder geworden.

So ging es dann doch mit dem typischen „Das letzte Astra muss schlecht gewesen sein“ Kopf in Richtung Diebsteich. Dort angekommen konnte man sich wieder über einen hohen Besuch und viele Amateurkäufer freuen.

Diese sonnenhungrige Meute konnte dann auch noch eine der besten Saisonleistungen unserer Amateure geniessen, die Nordhorn 2-1 besiegten. Und dies, obwohl sie lange Zeit in Unterzahl spielten, nachdem Schnecke Kalla zwar klar den Ball spielt, der Schiri aber doch rot zeigt und Elfmeter gibt. Warum ich der Meinung bin, dass er klar den Ball spielt? Ganz einfach: Sonst ändert der Ball ohne Berührung um ca. 50 Grad seine Richtung. Physikalisch nicht gerade wahrscheinlich, oder?

Egal. Die Mannschaft liess sich durch den zwischenzeitlichen Ausgleich nicht verwirren und spielte Nordhorn förmlich an die Wand. Angetrieben von einem erneut wirklich starken Benny war sie klar überlegen. Und so erlebten 301 Zuschauer (von denen mindestens 200 mit dem Fahrrad gekommen waren) einen schönen Nachmittag. Der dann bei uns etwas getrübt wurde, weil eben (dann erst) die Dauerkarte vom Vortag vermisst wurde.

Und dann war da noch…

… die unterschriftsreifen Verträge, die halt alles sind, aber nicht unterschriftsreif. Da wird auf der aoMV von unserem Präsidenten behauptet, dass es unterschriftsreife Verträge gibt. Nun sind drei Wochen vergangen und man konnte sich auch nach einem „mehrstündigen Verhandlungsmarathon“ (so das Abendblatt) nicht einigen. Und der Schweizer Investor lässt sich mit „ungelegte Eier rede ich nicht drüber“ (noch mal Abendblatt) zitieren. Kurz: Unterschriftsreife Verträge waren schlichtweg eine Lüge. Nicht mehr und nicht weniger. Oder hielt das Präsidium sie für unterschriftsreif? Und nun kommt wieder der böse AR? So wird es Littmann am Ende verkaufen, aber das kann es doch nicht sein, oder? Zum einen kann ich mir nicht vorstellen, dass AR auf der einen Seite und Littmann sowie Investor auf der anderen Seite stehen. Und wenn dem so ist kann das eigentlich nicht „zum Wohle des Vereines“ sein. Mal ganz davon ab, dass Verträge dann nicht unterschriftsreif sind. Und den Beschwichtigungen in den Zeitungen, es ginge nur noch um Kleinigkeiten, glaube ich auch nicht mehr. Zum einen können Kleinigkeiten bei Verträgen äusserst wichtig sein, zum anderen wären sie dann doch schon lange aus der Welt.

Für mich viel wahrscheinlicher ist es, dass unser Corny mal wieder nicht den Unterschied zwischen einem „Letter of Intend“ und einem Vertrag verstanden hat. Ersteres ist eben nur eine grobe Absichtserklärung und noch lange kein Vertrag. Aber schon mehrfach in unserer Stadionbaugeschichte haben uns Präsidenten (auch Corny) solche Letters of Intend als Durchbruch verkauft. Nur durchbrochen haben wir bisher nur die Wälle der alten Südkurve.

Fakt wird langsam immer mehr folgendes: Wäre Corny am 25.03. abgesetzt worden hätte Orth als Präsident die Gespräche mit der Bank wieder aufnehmen können, die schon bereit war, einen Kredit zu geben (das ist mehr als ein Letter of Intend), und wahrscheinlich hätten wir diesen Kredit schon lange unter Dach und Fach. Und das mit einer Bank, bei der man weiss, wer das ist und was die will (Zinsen). So eiern wir mit einem unbekannten Investor rum, wissen nicht, welche Auswirkungen dieser Vertrag haben wird, und haben anscheinend nicht annähernd einen Konsens, der uns weiter bringt. Da müssten die Konditionen schon super günstig sein, damit man diese Zeit opfert.

Noch besser wäre es nebenbei gewesen, wenn Littmann am 23.02. einfach nicht zurückgetreten wäre, sondern an diesem Tag den Darlehensvertrag mit der Bank unterschrieben hätte. Dann würde jetzt schon ein Rohbau stehen.

Kurz: Wir können uns nur und ausschliesslich bei Littmann bedanken, dass auf unserer Baustelle gerade mal selbstironisch ein Grundstein gelegt ist.

Laut MoPo liegen die Verträge wahlweise mal beim Aufsichtsrat, mal bei „Anwälten“, und es soll schon bald losgehen. Das klingt genauso wie das Pfeifen im Walde wie die immer wieder unter der Hand genannten Termine. Ich persönlich bin genug verarscht worden. Daher habe ich jetzt folgenden Standpunkt: Es wird kein neues Stadion am Millerntor geben. Punkt, Aus, Ende. Ich glaube erst wieder dran, wenn da wirklich was steht.

Und schiebt dann bitte nicht dem AR die Schuld in die Schuhe.

Sollte mich die Realität doch irgendwann Lügen strafen, dann würde es mich freuen, aber für mich würde das nicht mehr viel ändern. Wir haben und durch den – nun endlich – vollkommen verfrühten Abriss nicht nur in der Öffentlichkeit komplett lächerlich gemacht (das nur zu den Stichworten „Kontinuität“ und „verlässlicher Partner“, die Littmann immer so gerne benutzt), nein, wir verlieren echt Kohle damit. Und ich möchte mal sehen, wie die ganzen Leute, die Business Seats und Logen gekauft haben (die im Mai bezahlt werden müssen, so zumindest mein Kenntnisstand), im Juli über „Kontinuität“ und „verlässlichen Partner“ denken.

Fangen wir nicht im April an zu bauen, dann braucht man solche Worte über diesen Verein nicht mehr in den Mund nehmen.

Es ist nebenbei sehr lustig, dass einige Leute im Forum jetzt hämisch auf USPs „Ab in den Süden“ reagieren mit „Weggegangen, Platz vergangen“ und anderen lustigen Sprüchen. Komischerweise sind das genau die Leute, die doch immer gesagt haben, dass Littmann sofort nach der aoMV baut. Aber diese eigene Fehleinschätzung kann man wohl besser unter doofen Sprüchen kaschieren, als sie wirklich mal einzuschätzen. Mal ganz davon ab, dass man in diesem Verein wirklich irgendwann keine Lust mehr hat irgendwas zu organisieren, wenn man ständig nur von solchen S