Norbert regt sich auf vom 31.10.2007
über
Blamage
oder
Ein Kurzbericht aus Bremen
In einer so gehetzten Woche ist es schwierig Geschehnisse in Worte zu fassen, aber ich kann es mir auch nicht nehmen lassen, zu gestern Stellung zu nehmen. Dies aber in kurzer und scharfer Form.
Busfahrt
Nervig an solchen Touren sind die Gesichter, die man noch nie gesehen hat. Sorry, dass ich so pauschalisiere, aber wenn aus dieser – bei einer solchen Tour grossen - Gruppe u.a. eine Dauerbesetzung des Klos ab 10 Minuten nach einer Pinkelpause, gut 20 Minuten Verspätung, weil man auf dem Rückweg zum Bus ohne Ende trödelt, und mehrere versaute Plätze resultieren, dann ist mir nicht mehr nach differenzieren zu Mute. Lieber fahr ich mit den Veteranen in einem Bus einmal ohne Pause um die ganze Welt als mit einigen Leuten von gestern noch einmal nach Bremen. Das positive an diesem Bus: Ein Neuling in meinem sozialen Umfeld, die durch Futter für eine halbe Kompanie, gute Laune und nette Art auffiel. Ein Busfahrer, der nur das machte, wozu er eingestellt ist: Fahren! Und eine Cathrin, an deren Stelle ich Leute umgebracht hätte, und die trotzdem die gute Laune und die Fassung behielt.
Stadion
Und das soll nun Champions League sein? Der Einlass ist nur mit „Katastrophe“ zu bezeichnen. Es ist doch unglaublich, dass von den 7.500 Gästefans (und diesmal war die Kurve echt bis zum Rand gefüllt) ca. 3.000 den Anpfiff nicht mitbekommen, weil sie sich vor den Eingängen drängeln. So kann ich Gäste nicht behandeln. Es kann doch nicht angehen, dass der Aufgang im Stehplatzblock der Gäste erst alleine gelassen wird, so dass irgendwann nichts mehr in diesen Block geht, erst nach 20 Minuten Spielzeit (ca.) der Stadionsprecher darum bittet, zusammenzurücken, und dann erst Ordner aufmarschieren, um den Gang wieder frei zu machen. Es kann nebenbei auch nicht angehen, dass irgendwelche Vollidioten auf St. Pauliseite die Klappsitze aufmachen (mit mitgebrachten Vierkantschlüsseln) und sich dann auf diese stellen. Das nimmt nämlich mehr Platz weg und so ist der Block nicht berechnet (und die Sicht nimmt man Leuten auch noch). Mal ganz davon ab, dass diese Klappsitze eine Frechheit sind.
Werder Bremen
Es kann nicht angehen, dass sich ca. 20 Vertreter der Standarte im Stadion tummelten. Warum gegen diese Vertreter der Marke Nazi Hools von Seiten des Vereins nicht vorgegangen wird erschliesst sich einem nicht. Aber der Umgang damit ist eine Geschichte, die den Rahmen eines solchen kurzen Kotzberichtes sprengen würde. Im Ostkurvensaal (Sitz des Bremer Fanprojektes und Treffpunkt für Werder Fans sind nebenbei Dosen, Flaschen und Thor Steinar-Klamotten verboten (steht wirklich so auf einem Schild). Da ist man wohl schon einen halben Schritt weiter. Wer nebenbei über die Klosituation am Millerntor jammert, dem sei mal ein Klobesuch im Ostkurvensaal empfohlen. Das Klo dort ist alt und gammelig.
Unsere Mannschaft
Servierte uns die grösste Blamage seit dem 0-3 gegen neun Lokalrivalenspieler. Es kann doch nicht angehen, dass wir auch noch von 10 Bremern vorgeführt werden. Das war ein Klassenunterschied. Für Bremen. Da nützt es auch nix, dass die natürlich eine Truppe haben, die locker in der 2. Liga mitspielen könnte und andere Zweitligisten da auch ziemlich arm ausgesehen haben (Hallo, Köln!) – was ich an unserer Mannschaft vermisst habe ist nicht das spielerische, was ich vermisst habe ist dieses bedingungslose Gerenne und Gekämpfe, das unsere Truppe in den ersten Spielen ausgezeichnet hat. Jetzt bleibt man lieber mal stehen oder trabt, von der 1. Liga träumend, über den Platz. Dementsprechend ist die Schuld für die Niederlage auch nicht nur bei der Innenverteidigung zu suchen. Denn so ungebremst, wie die Spieler von Bremen durch unser Mittelfeld spazieren konnten, waren sie in einem klaren Vorteil zu unseren Abwehrspielern. Der erste Abwehrspieler ist nun mal der Mittelstürmer (auch wenn das jetzt kein persönlicher Vorwurf gegen diesen Spieler sein soll).
Fazit?
Arsch hoch! Kämpfen, St. Pauli! Ich will in Hoffenheim Blut auf dem Platz sehen!
(Das war der kürzeste NRSA seit langem.)